Einführung SAP Transportation Management (TM) bei AGRAVIS

21. Mai 2021

Die AGRAVIS Raiffeisen AG mit Unternehmenssitz in Münster ist eine von fünf Hauptgenossenschaften in Deutschland, die mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und landwirtschaftlichen Betriebsmitteln handeln und entsprechende Warenströme steuern. Zum Konzern gehören Stand 31.12.2020 insgesamt 89 Tochterunternehmen und 160 assoziierte und Beteiligungsunternehmen. Tätigkeitsschwerpunkt der AGRAVIS ist das Agribusiness mit den Geschäftsfeldern Pflanzen, Tiere und Technik. Die weiteren Kerngeschäftsfelder sind Märkte und Energie. Darüber hinaus gibt es Aktivitäten im Projektbau. Als nationales Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen ist der Konzern vorrangig in Deutschland tätig in einem Gebiet zwischen der niederländischen und der polnischen Grenze. Die AGRAVIS versteht sich als 360° Dienstleister, als Innovationstreiber für die Landwirtschaft mit starkem Fokus auf der Digitalisierung.*

Die Einführung des SAP Transportation Management (TM) für die Steuerung der Transportplanung bei AGRAVIS steht im Kontext des Programms DOCK zur konzernweiten Implementierung von SAP S/4HANA zur Unterstützung der warenwirtschaftlichen Kernprozesse des Unternehmens. SAP TM löst perspektivisch die bisherige Lösung in der Logistik, eine Eigenentwicklung, komplett ab.

Automatisierte Verplanung der Transporte

Eine Kernfunktion von SAP TM ist die automatisierte Verplanung der Transporte, d.h. es bedarf nur weniger Benutzerinteraktionen, was gerade für Firmen ohne eigene Speditionen einen wesentlichen Vorteil darstellt.

Nach dem Einstieg in das Transportcockpit können – ggf. selektiv – Bedarfe, Ressourcen und eventuell bereits bestehende Frachtaufträge an den VSR-Optimierer (Vehicle Scheduling and Routing-Optimizer) übergeben werden. Alternativ kann eine Hintergrundverarbeitung aus dem Backend angestoßen werden, hier kommt ein entsprechendes Planungsprofil sowie ein Auswahlprofil für die Frachteinheiten zum Tragen.

AGRAVIS arbeitet perspektivisch zweigleisig, nutzt also sowohl die automatische als auch die interaktive Planung der Transporte. Aktuell liegt der Fokus auf der interaktiven Planung. Die Vorteile der automatischen Planung liegen auf der Hand.

Bei der automatischen Planung wird eine Tour unter „optimalen Bedingungen“ geplant (beste Auslastung der Fahrer und Fahrzeuge, effektivste Route inkl. Anfahrreihenfolge auf Basis der Wunschlieferzeiten der Kunden). Werden Paketdienste wie UPS oder DHL beauftragt, kann das System so eingestellt werden, dass einmal am Tag eine Tour gebildet und an den entsprechenden Dienstleister weitergeleitet wird – eine erhebliche Arbeitserleichterung für den Disponenten. Die automatisierte Planung als Werkzeug im Transportmanagement bietet so Vorteile sowohl für Logistikdienstleister als auch für Verlader.

Interaktive Planung über das Transport-Cockpit

Die interaktive Planung nutzt das sogenannte Transport-Cockpit, welches auf verschiedenen Komponenten basiert, die in der Anordnung frei konfigurierbar sind und so eine optimale und effektive Planung der Transporte ermöglichen – unter Einbeziehung von Frachtaufträgen, Frachteinheiten, Karten, Ladeplänen und der Anzeige der Auslastung.

 

Abbildung „Transport-Cockpit“

So werden zum Beispiel auf der Karte Kundenaufträge angezeigt, die im Umkreis eines bereits verplanten Auftrags liegen und diesem hinzugefügt werden können. Oder aber es werden alle Kundenaufträge einer Region angezeigt, um eine möglichste effiziente Route zu planen. Auch die interaktive Planung eines einzelnen Lkw ist möglich, um eine möglichst hohe Auslastung zu gewährleisten. So wird die interaktive Planung sowohl für Logistikdienstleister als auch für Verlader mit und ohne eigenen Fuhrpark ein wertvolles Tool für die Tourenplanung.

Nach der SAP HANA-Migration und der Einführung von SAP Customer Checkout (CCO) ging mit SAP TM am 15. April 2021 das dritte DOCK-Teilprojekt live. Die drei Schwerpunktlager von AGRAVIS sowie ein Speditionslager arbeiten seitdem mit SAP TM, im nächsten Schritt werden die Technikstandorte umgestellt. Zwischen dem Projektstart unter Pandemiebedingungen und der ersten Anlage eines Transportes im Produktivsystem vergingen lediglich zehn Monate - rekordverdächtig.

* Quelle: Geschäftsbericht 2020 der AGRAVIS Raiffeisen AG (https://www.agravis.de/de/ueber-agravis/geschaeftsbericht/)

Fotos: AGRAVIS Raiffeisen AG, Münster

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